Die Entwicklung der elektrischen Automation in 2013

Im Großen und Ganzen sehr ähnlich wie im letzten Jahr – auf diesen kurzen Nenner lässt sich die Entwicklung der elektrischen Automation im Jahr 2013 bringen. Im Detail gibt es trotzdem Unterschiede, wie auf der Pressekonferenz des ZVEI im Rahmen der SPS IPC Drives 2013 deutlich wurde.

Als Mitglied des Vorstandes des ZVEI-Fachverbandes Automation und Geschäftsführer von Phoenix Contact lag es gestern an Roland Bent, einen aktuellen Lagebericht der Automatisierungs-Branche in Deutschland abzugeben. Sein Fazit: "War letztes Jahr die Aussage, 'Nach einem guten ersten Halbjahr 2012 gibt es jetzt deutliche Anzeichen zur Beruhigung', kann ich heute sagen: Nach einem ruhigen ersten Halbjahr 2013 wird ein stärkeres zweites Halbjahr erwartet."

Konkret ist den ZVEI-Zahlen zufolge nach dem Nullwachstum der Produktion von 19,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr für dieses Jahr nach den ersten acht Monaten sogar mit leichtem Rückgang um etwa zwei Prozent zu rechnen. "Bis zum Jahresende ist die Tendenz 'leicht steigend', sodass wir für 2013 insgesamt eine schwarze Null erwarten", so Bent. Ähnliches gelte für den Umsatz, wobei dieser nach einer Steigerung von 1,4 % im Jahr 2012 bei den deutschen Automationsunternehmen in den ersten acht Monaten 2013 um 1,3 % auf 30,8 Milliarden Euro leicht zurückging. Und mit minus 1,1 % bestätige auch der Auftragseingang den verhaltenen und ruhigen Trend.

Was den Import betrifft, so führte Deutschland in den ersten acht Monaten Erzeugnisse der elektrischen Automation im Wert von 11,1 Milliarden Euro ein. Dies entspricht exakt dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Zwei Drittel der Importe kommen nach wie vor aus dem europäischen Wirtschaftsraum und knapp ein Viertel aus Südost-Asien. Ähnlich verhält es sich mit dem Export: Auch hier ist das Ergebnis von 22,2 Milliarden Euro für den Zeitraum Januar bis August 2013 absolut deckungsgleich mit dem Vorjahr.

Neben dem Gesamtbild gab der ZVEI auf seiner Pressekonferenz auch Einblicke in die verschiedenen Segmente der Automation. So befindet sich die elektrische Antriebstechnik laut Jürgen Amedick, Vorsitzender des entsprechenden ZVEI-Fachbereiches und Geschäftsführer Large Drives bei Siemens, "nach zwei guten Jahren in Folge mit teilweise zweistelligem Wachstum nun das zweite Jahr in einer Konsolidierungsphase." In Zahlen: Im laufenden Jahr verzeichnet der Fachbereich anhand der vorliegenden Daten der ersten acht Monate einen Rückgang um 3,1 % im Umsatz auf 6,3 Milliarden Euro. Die Produktion ging in gleicher Größenordnung zurück. Der Auftragseingang habe mit minus 0,8 % nicht so stark gelitten und gebe Anlass zur Erwartung einer Zahl fast auf Vorjahresniveau. Mit dem gesunkenen Umsatz ging zudem ein Rückgang des Exports um 4,8 % auf 5,3 Milliarden Euro einher.

Auf die Frage, wie es mit der Antriebstechnik weiter geht, entgegnet Amedick: "Die Zukunft ist von einigen Unwägbarkeiten geprägt. Trotzdem zeigen die Indikatoren, dass sich die Antriebstechnik robust behaupten wird. Gründe für die optimistische Grundhaltung sind vor allem ein Auftragseingang, der sich besser entwickelt als der Umsatz. Außerdem hat die Produktion im September 2013 ihren Vorjahreswert leicht übertroffen." Insgesamt komme die Erholung jedoch zu spät und sei zu schwach, um für 2013 noch Produktionswachstum erreichen zu können. "Insofern werden wird das Jahr mit einem leichten Minus abschließen", resümiert Amedick, fügt jedoch im selben Atemzug hinzu: "Auch wenn die Zeiten von Rekordzuwächsen vorüber sind, beurteilen wir die aktuelle Wirtschaftslage in der Antriebsbranche als gut und prognostizierten eine Erholung des Exportes im Jahr 2014."

Bleiben noch die Fachbereiche 'Prozessautomation' sowie 'Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen und Sensoren'. Zu ersterem: Bei der Prozessautomatisierung ist beim Umsatz in den ersten acht Monaten ein weiterer leichter Anstieg um 1,2 % auf 12,6 Milliarden Euro zu verzeichnen. Und auch wenn bei Produktion und Auftragseingang in Deutschland derzeit jeweils ein leichter Rückgang von unter einem Prozent zu Buche steht, seien die Unternehmen dennoch optimistisch, auch hier bis zum Jahresende wieder positive Zahlen vermelden zu können.

Bei den Schaltgeräten & Co. hingegen ging im genannten Zeitraum der Umsatz um 2,8 % zurück, der Auftragseingang sank um weitere 1,5 %. Da aber seit Mai die Geschäfte in diesem Segment wieder etwas anziehen, gehen die meisten Firmen im Bereich Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen beim Umsatzwachstum für 2013 von einer 'Schwarzen Null' aus. Lediglich die Hersteller von Sensoren erzielten im ersten Halbjahr ein leichtes Plus im niedrigen einstelligen Bereich.

 

Quelle: http://www.computer-automation.de/steuerungsebene/steuern-regeln/artikel/103558/

Günter Herkommer

 

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